Der Hund und sein Philosoph

Artikelnummer: trbu3095

Plädoyer für Autonomie und Tierrechte

Martin Balluch

Verlag: Promedia

ISBN 978-3-85371-377-8

Kategorie: Mensch - Tier Beziehungen


17,90 €

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Ausgehend von der engen Beziehung zu seinem Hund, entwickelt der Autor eine leicht lesbare Tierrechtsethik, die im zentralen Begriff der Autonomie gipfelt. Dass er sich dabei am Kant?schen Postulat der ausschließlich dem Menschen zugestandenen Rationalität abarbeitet und dieses schlüssig in sein Gegenteil verkehrt, gehört zu den eindrucksvollsten Erkenntnissen des Textes. 

Das Buch beginnt mit einer Reise von Martin Balluch und dem Hund Kuksi in die skandinavische Wildnis. Der Mensch ist in dieser Beziehung weder das Alphatier noch der Elternteil, der Hund kennt keinen Gehorsam, keine Befehle und keine Leine. Gemeinsam wird entschieden, wann gerastet und wo die Nacht verbracht wird. Beide sind soziale Wesen und leben gleichzeitig ihre Autonomie. Szenenwechsel in die Stadt: Hier wird der Hund vom Menschen abhängig und kann nichts mehr selbst entscheiden. Er muss um sein Essen betteln, Leine und Beißkorb tragen. 

In den folgenden zwei Kapiteln rekonstruiert Martin Balluch die Kulturgeschichte der Mensch Tier Beziehung und die Rolle der Aufklärung für die Abwertung von Tieren. Der Blickwinkel der modernen Naturwissenschaft macht immer deutlicher, wie sehr die Gefühlswelt von Tieren, die Kulturfähigkeit von Tiergemeinschaften und letztlich die Autonomie der Tiere bislang unterschätzt wurden.

Es folgt eine Kritik eines vorgeblich fortschrittlichen Tierschutzes, der das Leiden der Tiere ins Zentrum stellt und ihre humane Nutzung als notwendiges Übel sieht. Balluch erkennt darin die späte Handschrift Immanuel Kants. Denn Kants Metaphysik der Sitten ist die Grundlage des heutigen Zivilrechts. In seiner Philosophie ist der Mensch ein Zweck an sich und das Tier nur Mittel zum Zweck, es hat keinen Eigenwert. Da nur Menschen autonom agieren würden, könnten Tiere keine Rechte haben. Der Autor analysiert Kants Deduktion und zeigt deutlich jene Stelle auf, an der das Vorurteil einfließt, dass Menschen vollständig rational und Tiere vollständig irrational wären. Wechselt man Kants Definition von Autonomie in eine Form bewusster statt rationaler Entscheidungen und ersetzt Vernunft durch Bewusstsein ergibt sich ein Recht auf Autonomie, das auch für Tiere gilt.


 


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